Willy Klink Fonds in der Bürgerstiftung Rottenburg


Willy Klink

Willy Klink wurde am 22.3.1920 in Tübingen geboren. Er wuchs in Rottenburg auf und absolvierte nach Kriegsdienst und Gefangenschaft eine Mechanikerlehre. Zunächst arbeitete er in der Maschinenfabrik Triem, bald darauf im Fouquetwerk Frauz & Planck, Hersteller von Rundstrickmaschinen im Familienbetrieb.

15 Jahre setzte er sich dort in seiner Funktion als Betriebsratsvorsitzender für die Belange der Belegschaft ein. Außerdem engagierte er sich in der evangelischen Kirche, im DGB als Ortskartellvorsitzender und viele Jahre als Stadtrat und Kreisrat für die SPD.

Als sich 1975 das Ende des Fouquetwerks abzeichnete, beantragte er als Vize-Vorsitzender der Betriebskrankenkasse den Konkurs, um noch etwas für seine Kollegen zu retten. Doch das Konkursverfahren musste schon kurz darauf mangels Masse eingestellt werden, und mehr als 600 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Ein Sozialplan scheiterte. Das Aus des damals größten Arbeitgebers in Rottenburg veranlasste die „Rottenburger Post“, die Bevölkerung zu einer Spendenaktion aufzurufen. Ein Solidaritätsfonds sollte die Mittel zur Durchsetzung der Rechte der Belegschaft bereitstellen. In dieser Situation übernahm Willy Klink als Betriebsratsvorsitzender die Abwicklung der ausstehenden arbeitsrechtlichen Ansprüche der ehemaligen Belegschaft, unterstützt durch seine Ehefrau Hilde Klink. Mehrere Jahre lang war ihre Wohnung „Konkursbüro“ und Anlaufstelle für die Kollegen. Daneben wurde die Pfändung von Firmenrestbeständen unter Aufsicht des Gerichtsvollziehers erwirkt, deren Erlös schließlich an die Belegschaft ausgeschüttet werden konnte.

Eine Rücklage aus diesem Solidaritätsfonds vergrößerte sich im Laufe der Jahre durch Zinserträge, so dass Willy Klink im Jahre 2002 beschloss, dieses Geld in Form einer Stiftung der Rottenburger Bevölkerung zukommen zu lassen und damit einen bescheidenen Beitrag zur Bildungschancengleichheit zu erbringen. Stiftungszweck war daher die Förderung bedürftiger Schülerinnen und Schüler an den städtischen weiterführenden Schulen Rottenburgs.

Willy Klink starb mit 94 Jahren am 16.10.2014. Elf Jahre nach dem Tod des Stifters wurde auf Wunsch seiner Tochter Monika Zorell, die die Nachfolge ihres Vaters übernommen hatte, die „Stiftung Willy Klink der Gläubigergemeinschaft ehemaliger Arbeitnehmer im Fouquetwerk Frauz & Planck“ der Bürgerstiftung Rottenburg zugelegt:  Mit dem „Willy Klink Fonds in der Bürgerstiftung Rottenburg“ ist sichergestellt, dass die Ziele der bisherigen Willy-Klink-Stiftung auch in Zukunft weiter verfolgt werden. Dank sei an dieser Stelle Gunther Diehl gesagt, dem ehemaligen Rektor der Hohenbergschule und langjährigem Geschäftsführer der Willy-Klink-Stiftung.